Lenore ✠

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   gezeichnet von  ➼ saixmedrik@da

 

 

Inhalt

1. Steckbrief

2. Kurzgeschichte: The White Lady of Ashford

3. Gallerie [coming soon]

 

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Steckbrief

 

Voller Name: Eleonore Agatha Gabrielle Ashford-Bailey

Kurz: Lenore (dt. Leonore)

Geburtstag: 14. Mai 1871

Todestag: 16. Mai 1886

Sternzeichen: Stier

Merkmal: Muttermal unter dem linken Auge

Augenfarbe: Grau

Lieblingsspeise: Lavender Shortbread

Temperament: Sanguine           

 

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 ~ The White Lady Of Ashford ~

 

 [English]

They came for her at evenfall.
Lenore heard the shouting and crashing as they broke through the main gate.
In the far distance the church bells were booming in perfect unity with the waves that crashed beneath the manor sprinkling the mossy rocks with spray and foam. They were calling her – the bride was late for her own wedding.
 
Lenore rose slowly from the armchair and went over to the huge mirror that loomed in a corner of her chamber. There she stopped, observing every detail of her pale reflection: Today she was clad in a snow-white wedding gown made of silk that covered her from top to toe conceiling her frail body. She had always been a girl of ill health, never able to leave the manor on her own to play in the sunlit gardens. The dress stressed her weak nature even more.
 
The White Lady of Ashford‘ people used to call her in silent. As if she was a ghost already.
The townsfolk seemed to be afraid of the pale girl with the flaming red curls taken the silly talk that was to be heard in the inns and alleys about how she haunted the streets at night.
 
If truth be told, it would have been nice to walk the streets , no matter if by day or night. But even walking was very exhausting for her little weak heart.
If only she had been able to leave the house on her own, then she may have noticed what had been going on, with her father wasting the family fortune and doing business with the wrong people. It wasn’t his fault, though. He loved her deary, but life wasn’t easy for him either.
 
The wedding was supposed to help her family regain the wealth her father had lost over the years. Of course nobody had told her future husband that by now her family owned nothing more than the mansion by the sea. But he had found out … the men outside were sure proof of it.
 
Wearily she took her eyes off the ghostly vision in the mirror and turned to the window. A cool breeze came blowing in as she pulled away the old shutters and Lenore met it with her face, savouring the salty taste on her lips. It carried memories of long forgotten childhood days …
 
Meanwhile the strangers had entered the manor, shouting commands and pushing away the servants who prayed to leave their mistress alone. Their heavy steps caused the wooden gallery to vibrate as they stopped in front of her door. But when the men entered the room, ready to seize the wicked girl, they found nothing more than the open window and beneath – mingled with a touch of red – a veil of snow-white foam that had spread across the pointed rocks.
 
From afar the lady in mirror laughed …
 
 
© Jennifer Brox

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[Deutsch]

Sie kamen in der Abenddämmerung, um sie zu holen.
Leonore konnte die Rufe und das Krachen hören, als sie durch das große Haupttor brachen.
In der Ferne dröhnten die Kirchenglocken in perfekter Einheit mit den Wellen, die sich an den Felsen unterhalb des Anwesens brachen und sie mit Gischt und Merrschaum überzogen. Sie riefen nach ihr – die Braut kam zu spät zu ihrer eigenen Hochzeit.
 
Leonore erhob sich langsam aus dem Sessel und ging herüber zu dem großen Spiegel, der in einer Ecke ihrer Kammer aufragte. Dort blieb sie stehen und betrachtete jede Einzelheit ihres blassen Spiegelbildes, das ihr daraus entgegensah: Heute war sie in ein schneeweißes Hochzeitskleid aus Seide gekleidet, das ihren zerbrechlichen Körper vom Kopf bis zu den Zehen verhüllte. Schon immer hatte sie eine schwache Gesundheit besessen und war nie in der Lage gewesen, das Anwesen allein zu verlassen, um in den sonnendurchfluteten Gärten zu spielen. Das weiße Kleid unterstrich noch zusätzlich ihre kränkliche Natur.
 
Hinter vorgehaltener Hand nannte man sie überall nur „Die Weiße Dame von Ashford.  Als wäre sie bereits ein Geist.
Die Leute in der Stadt schienen sich vor dem blassen Mädchen mit den flammend roten Haaren zu fürchten – zumindest ließ das dumme Geschwätz darauf schließen, das in den Schänken und Gassen zu hören war und davon handelte, wie sie des Nachts auf den Straßen herumgeisterte.
 
In Wahrheit wäre sie sehr gerne durch die Straßen gezogen, gleichgültig ob bei Tag oder Nacht. Doch ihr kleines schwaches Herz ließ sie zu schnell ermüden, um einen solchen Spaziergang zu unternehmen.
 
Wenn sie doch nur in der Lage gewesen wäre, das Haus alleine zu verlassen. Dann wäre ihr vielleicht nicht entgagen, dass ihr Vater das Familienvermögen verschleudert und sich mit den falschen Leuten eingelassen hatte.
Es war nicht wirklich seine Schuld. Er liebte sie aufrichtig, aber das Leben war auch für ihn nicht einfach gewesen.
 
Durch diese Hochzeit hatten sie versucht, das einst stattliche Vermögen wiederzuerlangen, das ihr Vater über die Jahre verloren hatte. Natürlich hatten sie ihrem zukünftigen Gatten verschwiegen, dass ihre Familie mittlerweile nichts mehr besaß als das Anwesen am Meer. Doch er hatte es herausgefunden … die Männer vor den Toren waren der sichere Beweis dafür.
 
Müde wandte sie den Blick von dem geisterhaften Bild im Spiegel ab und ging zum Fenster herüber. Eine kühle Brise wehte herein, als sie die alten Läden wegzog; dankbar hielt Leonore das Gesicht in die Abendluft und genoss den salzigen Geschmack auf ihren Lippen, der Erinnerungen aus längst vergangenen Kindertagen mit sich trug.
 
Währenddessen waren die Fremden in das Anwesen eingedrungen. Sie bellten Befehle und stießen die Dienerschaft zur Seite, die fortwährend darum bat, man möge ihre Herrin in Frieden lassen. Doch die Bitten blieben ungehört.
 
Schweren Schritte ließen das Holz der Gallerie erbeben, als sie schließlich vor der Tür zum Stehen kamen. Doch als die Männer den Raum betraten, um das seltsame Mädchen mitzunehmen, fanden sie nichts weiter vor als das geöffnete Fenster und darunter – vermischt mit einem Hauch von Rot – einen Schleier aus schneeweißem Meeresschaum, der sich über die spitzen Felsen gelegt hatte.
 
In der Ferne lachte die Frau im Spiegel …
 
 

© Jennifer Brox

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3 Responses to “Lenore ✠”

  1. Judy 2. Mai 2013 at 16:29 #

    Woah! Gefällt mir sehr gut^^v
    Schaurig schön geschrieben ~(^_^)~

    • Jenny 2. Mai 2013 at 17:16 #

      Danke ♥
      Die erste Gothic „Novel“ *lacht*

  2. Jill 4. Mai 2013 at 12:38 #

    Zum heulen, schöne Geschichte :)

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